Im Rahmen der schulischen Erinnerungsarbeit und des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz durch die Rote Armee 1945 besuchten die Klassen 10a und 10b am 26.01.26 einen Vortrag des bekannten Autors Rainer Engelmann zu seinem Buch „Der Fotograf von Auschwitz“. In eindrucksvoller Weise näherte sich Engelmann dabei der Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz und thematisierte Fragen von Verantwortung, Erinnerung und Menschlichkeit.
Anhand des Buches skizzierte der Autor das Schicksal des Fotografen Wilhelm Brasse, der gezwungen war, im Auftrag der SS Häftlingsfotografien anzufertigen. Engelmanns Schilderungen nach den Berichten Brasses machten deutlich, wie sehr individuelle Lebensgeschichten unter dem nationalsozialistischen Terror zerstört wurden und wie wichtig es ist, diese Geschichten auch heute weiterzuerzählen.
Besonders bewegend war die sich anschließende Fragerunde. Hier ergriff der Zeitzeuge zweiter Generation Henri Juda das Wort und berichtete in knappen, eindringlichen Worten von der Lebensgeschichte seiner Großmutter Clara, die im Vernichtungslager Auschwitz ermordet wurde. Seine persönlichen Schilderungen verliehen dem zuvor Gehörten eine zusätzliche Tiefe und machten das unfassbare Leid der Opfer auf eine sehr unmittelbare Weise spürbar.
Am Ende der Veranstaltung kam es zu zahlreichen interessanten und engagierten Rückmeldungen aus dem Publikum. Immer wieder wurde dabei deutlich, dass Geschichte sich nicht wiederholen darf. In diesem Zusammenhang wurde auch kritisch auf öffentliche Äußerungen verwiesen, die die nationalsozialistische Gewaltherrschaft verharmlosen, sowie auf aktuelle gesellschaftliche Spannungen und Ausschreitungen – etwa in Minnesota. Sie mahnen eindringlich daran, dass Demokratie kein Selbstläufer ist, sondern ein fragiles Gebilde, das Aufmerksamkeit, Haltung und aktiven Schutz erfordert.
Der Vortrag hinterließ bei den Schüler*innen einen nachhaltigen Eindruck und unterstrich die Bedeutung historischer Bildung für eine verantwortungsbewusste und demokratische Zukunft.
Wir danken Felix Dahm (MSS11) und dem Arbeitskreis Gedenken Bitburg für die Einladung!

