Begeistert und beeindruckt

In Fahrt, Religion, Wallfahrt von Lisa Strohe

Erfahrungen vom Sozialpraktikum und der Bistumswallfahrt nach Lourdes

Vom 3. bis zum 10. September 2019 fuhren dieses Jahr auch wieder, wie an unserer Schule üblich, Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 mit der Bistumswallfahrt nach Lourdes, wo sie an dem Sozialpraktikum teilnahmen. Auf unserer Reise begleiteten uns außerdem viele weitere Pilger aus dem Bistum Trier.

Im Vorfeld der Reise und des Sozialpraktikums in Lourdes haben wir uns an zwei Nachmittagen in der Schule getroffen und uns damit beschäftigt, worum es eigentlich in Lourdes geht. Lourdes ist eine kleine idyllische Stadt im Süden Frankreichs, an der Grenze zu Spanien und den Pyrenäen, die nur knapp 15.000 Einwohner zählt. Da Lourdes jedoch als Wallfahrtsort weltbekannt ist, hat die Kleinstadt nach Paris jährlich die meisten Hotelbuchungen in Frankreich. Etwa 6.000.000 Pilger kommen jedes Jahr nach Lourdes. Begonnen hat in Lourdes alles, als das junge Mädchen Bernadette Soubirous, damals erst 14 Jahre alt, 1858 in der Grotte von Massabielle über den Zeitraum von ein paar Wochen 18 Marienerscheinungen gehabt haben soll. Bernadette berichtet davon, dass sie eine „wunderschöne Dame“ in einem Gewand, das ein blaues Band zierte, gesehen habe. Die Dame zeigte ihr eine Quelle mit heilendem Wasser. Sie wünschte sich von Bernadette, dass man ihr eine Kapelle an der Quelle baut und Prozessionen abhält. Als Bernadette mit dem damaligen Pfarrer von Lourdes sprach und ihn bat die Wünsche der Dame zu erfüllen, stieß sie bei ihm und dem Volk erst einmal auf Ablehnung, später jedoch wurde der Bau der Kapelle und die Prozessionen umgesetzt. Aus der kleinen Kapelle wurden bis heute riesige Bauten, die nun als Heiligtum von Lourdes bekannt sind. Die Lichterprozession wird auch bis heute täglich mit großer Begeisterung durchgeführt. Sie ist eines der absoluten Highlights von Lourdes. Zusätzlich gibt es die Sakramentsprozession. Das Wasser aus der Quelle gibt vielen Gläubigen neue Hoffnung und Stärke. Dem Wasser wird außerdem nachgesagt, es würde Kranke heilen. Viele Pilger füllen es in Gefäße ab und nehmen es für sich und ihre Angehörige mit nach Hause.

So fuhren wir also mit dem Bus, in etwa 20 Stunden Fahrt über 2 Tage verteilt, nach Lourdes. Dort angekommen, bestand unsere Aufgabe darin, uns um die kranken, auf Hilfe angewiesenen Pilger zu kümmern und diese zu beschäftigen. Jeden Morgen machten wir uns auf den Weg ins nahegelegene Hospital, um dort die Kranken abzuholen und mit diesen Prozessionen, Gottesdienste und Kreuzwege zu besuchen oder, um Souvenirs für ihre Angehörigen zu kaufen. Dabei haben wir sie immer in speziellen Wagen gefahren, die vom Hospital bereitgestellt wurden und konnten uns dabei wunderbar mit den Kranken unterhalten.
Man sieht, die Tage waren immer fest durchgeplant! Zusätzlich hatten wir die weitere Pflicht, eine Nachtwache im Hospital abzuhalten, wobei wir von zwei Krankenschwestern unterstützt wurden. Sie halfen uns, wenn die Kranken Hilfe benötigten, die wir nicht alleine leisten konnten. Die Krankenschwestern waren wirklich nett und man konnte sich gut mit ihnen unterhalten, wenn es während der Nacht mal nichts zu tun gab. Tagsüber standen uns mit fachmännischer Unterstützung Mitglieder des Malteserordens zur Seite, die auch äußerst nett und engagiert waren.

Die Tage in Lourdes waren immer straff durchgeplant und anstrengend, aber man kann keineswegs behaupten, dass wir dort keine tolle Zeit gehabt hätten! Lourdes ist ein Ort fernab von Unruhe, ein Ort an dem viel Schönes, Berührendes und Gemeinschaftliches widerfährt. Beispielsweise fanden wir die Lichterprozession sehr beeindruckend und es war toll zu sehen, wie sich die Kranken an diesem Anblick erfreuten. Insgesamt hat uns die Arbeit mit den Kranken einen riesigen Spaß gemacht. Auch dieses Jahr haben wir Schülerinnen und Schüler in Lourdes neue Freundschaften geschlossen. Eine Schülerin berichtete davon, dass während der Nachtwache eine kranke Frau Angst bekommen hatte, also spendete sie ihr Nähe und beruhigte die Frau bis diese schließlich einschlief. Einer anderen Schülerin wurde auf der Reise klar, dass sie später als Krankenschwester arbeiten möchte, da ihr die Arbeit mit den Kranken großen Spaß machte. Mich und auch andere berührte eine blinde Frau mit ihrem geistig behinderten Sohn. Er erfüllte ihr jeden Wunsch und kümmerte sich liebevoll um sie, dieses fand wir sehr schön und berührend. Die Beiden sind ein echt starkes Team. Im Abschlussgottesdienst bedankten sich drei Kranke vor allen Pilgern und sagten uns, was für eine tolle Zeit sie in Lourdes verbracht haben. Als wir uns dann endgültig von den Kranken verabschiedeten, tauschten wir sogar mit einigen von ihnen Telefonnummern aus, um mit ihnen weiter in Kontakt zu bleiben. Anzumerken ist außerdem noch, dass wir trotz vollem Programm sogar noch mit unserem Weihbischof Gebert ein Eis essen gegangen sind!

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir auf viele verschiedene Menschen gestoßen sind, die alle auf ihre Art besonders waren. Wir haben uns super mit ihnen verstanden und sicherlich einige von ihnen ins Herz geschlossen. Wir mussten viele Herausforderungen in dieser Woche bewältigen, die uns aber Spaß und Freude bereitet haben.
Für uns alle wird Lourdes ein unvergessliches Erlebnis bleiben!

Bild 01
Bild 02
Bild 02
Bild 02
Bild 02
Bild 02
Bild 02
Bild 02
Bild 02

  Vivien Tollison     privat