Unbeschreiblich!

In Fahrt, Religion, Schulpastoral von Jan Schlueter

Schüler*innen nahmen an der Bistumswallfahrt nach Lourdes teil

Vom 30.08. bis zum 06.09.2022 nahmen Schüler*innen der Jahrgangsstufen 10 - 13 an der Bistumswallfahrt nach Lourdes teil.

Diese Fahrt hat an unserer Schule seit 2002 Tradition. Schüler*innen der zehnten Klasse können auf diese Weise ein Sozialpraktikum machen. Das Besondere in diesem Jahr war, dass wir uns schon in den letzten Ferientagen auf den Weg machten und nach zweijähriger Pause auch Teilnehmer*innen aus der Oberstufe daran teilnahmen.

Unsere Aufgabe bestand darin, uns um die kranken, auf Unterstützung angewiesenen Pilger zu kümmern. Jeden Morgen machten wir uns auf den Weg ins nahegelegene Hospital, um dort unsere „Schützlinge“ abzuholen und mit ihnen Prozessionen, Gottesdienste und Kreuzwege zu besuchen, Souvenirs zu kaufen oder auch ein Eis essen zu gehen. Dabei konnten wir die Kranken in speziellen Wagen überall hinfahren. Obwohl die Straßen und Plätze mit den vielen Menschen dicht besucht waren, gelangten wir meistens gut überall hin, denn Kranke werden in Lourdes besonders achtsam behandelt und haben sozusagen „Vorfahrt“! Zu unseren weiteren Aufgaben gehörte es, eine Nachtwache in dem Hospital abzuhalten. Bei alledem hatten wir kompetente Unterstützung: Es waren die Mitglieder des Malteserordens, von deren Engagement wir beeindruckt waren. Auch hier gab es Freiwillige: Eine junge Studentin erzählte uns, dass sie schon öfter auf solchen Fahrten mit dabei war.

Auch wenn es anstrengend war und unsere Tage in Lourdes stets durchgeplant waren, hatten wir eine besonders schöne Zeit! Der Umgang mit den Kranken machte uns viel Freude. Einige entwickelten ein großes Vertrauen zu uns und erzählten uns ihre persönliche Lebensgeschichte, das war sehr berührend. Eine Schülerin berichtete, dass die Frau, die sie betreut hatte, von jetzt an immer für sie beten will. Es war auch schön, in den Gesichtern der Kranken ein Lächeln zu sehen, wenn wir morgens ankamen. Es gibt noch viele andere Beispiele für beeindruckende und tolle Momente, die sich nicht in Worte fassen lassen.
Stellvertretend dafür wollen wir hier wiedergeben, was ein Mann am Ende der vier Tage, die wir dort waren, gesagt hat:
„In Lourdes wird man auch als kranke Person als Mensch gesehen.“

Was wir selbst empfanden, ist ebenfalls schwer zu beschreiben.
Deshalb soll hier nur einiges genannt werden, was für uns bedeutsam war:

  • abends die Lichterprozessionen mit den vielen Menschen
  • dass uns besondere Aufgaben zugetraut wurden
  • dass in unserer Gruppe verschiedene Altersstufen zusammenkamen
  • ich fühle mich stärker
  • nach der Fahrt bin ich ein anderer Mensch als vorher
  • dass hier Menschen verschiedenster Nationalitäten, trotz der Kriegssituation in Europa, friedlich zusammenkommen, um gemeinsam zu feiern

Kurzinfo zu Lourdes

Lourdes ist eine kleine Stadt in Südfrankreich am Fuß der Pyrenäen an der Grenze zu Spanien. Sie zählt knapp 15.000 Einwohner, hat aber nach Paris die meisten Hotelbuchungen in ganz Frankreich.

Was macht diese Stadt so besonders?
Begonnen hat alles 1858, als ein 14-jähriges Mädchen, Bernadette Soubirous, innerhalb mehrerer Wochen 18 Marienerscheinungen gehabt haben soll. Dabei wurde ihr eine Quelle gezeigt und aufgetragen, den Priestern zu sagen, man solle ihr eine Kapelle bauen und in Prozessionen dorthin kommen. Dem Wasser wird heilende Wirkung nachgesagt; tausende Menschen erzählen, dass sie dadurch geheilt wurden. Bernadette Soubirous wurde 1933 heiliggesprochen. Die katholische Kirche verpflichtet trotz der Wunderbestätigungen niemanden, an die Heilungen zu glauben. Aber Lourdes-Pilger berichten oft auch von wunderbaren Erfahrungen der Gemeinschaft, wo man füreinander sorgt und neue Lebensfreude, Zuversicht, Vertrauen und Dankbarkeit gewinnt.
Aus der kleinen Kapelle wurden im Laufe der Zeit riesige Kirchen und große freie Plätze, wo sich jedes Jahr Millionen von Pilgern versammeln.
Wir besuchten unter anderem eine unterirdische Basilika, die bis zu 20.000 Menschen fasst!

Für uns war am Ende klar: Lourdes ist ein besonderer Ort, an dem Unbeschreibliches geschieht.


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 06.09.2022   Waltraud Koll   Waltraud Koll