Sapere aude – Bildung führt zu Meinung

In Fachbereich, Kultur, MSS, Sozialkunde, Veranstaltung by Charlotte Lübken

Sozi-LK 12 im Gespräch mit MdEP Dr. Joachim Streit

Zu Beginn des neuen Jahres 2026 erlebte der Sozi-LK von Frau Fonck direkt ein Highlight.

Der Europaabgeordnete Dr. Joachim Streit, Mitglied der Fraktion Renew Europe im Europaparlament, kam zu einem 90-minütigen interessanten Gespräch vorbei.

Zu Beginn der Doppelstunde wurde Herr Dr. Streit erstmal getestet, ob er überhaupt die grundlegenden Dinge über seinen neuen Arbeitsplatz in Brüssel wisse. Die Schüler*innen bereiteten dafür zehn Fragen über die EU vor, die Niklas Mosbach stellte. Niklas stellte am Ende fest, dass acht richtig beantwortete Fragen doch ein ganz guter Schnitt seien. Zum Beispiel wollte der LK wissen, wie viele Mitgliedsländer den Euro haben, seit wann die EU EU heißt, wer die Gründungsländer waren oder was die Abkürzung EGKS bedeutet.

Nach dem kleinen Quiz versuchte Herr Dr. Streit die Schüler bezüglich zwei ähnlich klingender Institutionen der EU zu verunsichern. Aber dies gelang nicht, da die Schüler natürlich wussten, wie der Rat der EU und der Ministerrat sich zusammensetzen.

Nun fragten die Schüler*innen danach, wie er denn dazu gekommen sei, einen Rap über Ursula von der Leyen und ihr Amt als Kommissionpräsidentin zu schreiben. Auch die Frage, ob sie sich darauf mal gemeldet habe, stand im Raum. Schließlich wisse jetzt jeder, dass sie nicht seine Nummer 1 sei. Er verneinte es aber. Im Zuge dessen wurde aber auch darüber diskutiert, ob es nicht besser wäre, wenn es in der EU auch das Spitzenkandidatenmodell gäbe. Jedoch teilt Herr Dr. Streit diese Meinung nicht. Des Weiteren ging es darum, wie er zur Blockadehaltung von Ungarn stehe und er befürworte dahingehend das Mehrstimmigkeitsprinzip. Jedoch wussten die Schüler bereits, dass ein Mehrstimmigkeitsprinzip nur durch Einstimmigkeit beschlossen werden könne und so wusste jeder in diesem Raum, dass Ungarn weiterhin blockieren wird. Streit positioniert sich klar gegen die Aufnahme der Ukraine in die EU und fordert, dass die nationalen Armeen mit den gleichen europäischen Standards ausgestattet sein sollten. Außerdem klärte er den LK über die zwei Parlamentsstandorte auf und sagte, dass er häufiger in Straßburg als in Brüssel sei, es für ihn aber verkehrstechnisch kein Unterschied mache, da beide Standorte ca. 220 km von Bitburg entfernt sind.

Am Ende des Gesprächs interessierte sich der Sozi-LK aber noch dafür, warum er denn jetzt wieder in den Landtag von Rheinland-Pfalz zurück möchte. Er sagte deutlich, dass die Freien Wähler in RLP sein "Baby" wäre und er möchte nicht, dass diese komplett abstürzen. Er betonte auch, dass ihm die Arbeit in Mainz sehr viel Spaß bereitet hat, obwohl er das Gefühl habe, in der EU mehr bewegen zu können als in der Opposition im Mainzer Landtag.

Der Sozi-LK 12 bedankt sich herzlich für das offene und interessante Gespräch.


 09.01.2026   Rebekka Fonck Rebekka Fonck