Am Mittwoch, 14.01.2026, und am Donnerstag, 15.01.26, besuchte die Jahrgangsstufe 11 die Agenten des Rechtsstaats, bestehend aus Serap Emir, Übersetzerin und Bildungsreferentin, und Ada Kremer, Praktikantin bei den Agenten der gepflegten Debatte, aus Offenbach, um mit ihnen über Meinungsfreiheit, Recht in Deutschland, zur heutigen Zeit und zur Zeit der DDR zu diskutieren.
Als Warm-Up in den Workshoptag starteten sie mit einem Quiz, um ins Thema des Tages einzusteigen. Zum Beispiel wurde die Frage gestellt, was in Deutschland tatsächlich strafbar sei. Ungewöhnliche Antwortmöglichkeiten waren zum einen, dass man seinem Bruder beim Beseitigen einer Leiche helfen dürfe, dass ein Imker in ein Grundstück einbrechen dürfe, dass man aus einem Gefängnis ausbrechen dürfe oder dass man eine Atombombe zünden dürfe. Zu unserer Überraschung war alles legal außer das Zünden einer Atombombe. Im Anschluss informierten uns die Agenten über das Thema Meinungsfreiheit und setzten diese in Bezug zu speziellen Themenschwerpunkte, wie viel Meinungsfreiheit z.B. in Whatsgruppen oder auf sozialen Netzwerken wirklich erlaubt ist.
Im Anschluss besuchte der ehemalige Vizeweltmeister im Turnen Wolfgang Thüne den Workshop. Seine Sportlerkarriere fand überwiegend in der DDR statt. Im Gespräch mit den Agenten erzählte Thüne seine Geschichte von der Flucht aus der DDR und die generellen Verhältnisse dort. Dabei ging er besonders auf die unmenschlichen Bedingungen und Forderungen des Staates ein, wobei er uns den sportlichen Druck, Weltmeister zu werden, erläuterte.
Ein Expertengespräch mit der Direktorin des Amtsgericht Bitburg Claudia Stadler, die selbst bis zu ihrem 9. Lebensjahr in der DDR lebte, und dem Zeitzeugen Wolfgang Thüne bildete den Abschluss des Workshoptages. Zum Beispiel musste Frau Stadler die Fragen beantworten, ob sie vor ihrer ersten Verhandlung aufgeregt gewesen sei, ob es ihrer Ansicht nach Gesetze gibt, die unnötig seien oder wie man die Legislative verbessern könnte. Thüne musste dazu Stellung, ob Randparteien eine Gefahr für unsere Demokratie seien, warum die Linken, gerade bei jungen Leuten, soviel Zuspruch bekomme oder ob er noch Kontakt zu seinen alten Turnkollegen habe.
Stimmen von Schüler*innen zum Workshop Agenten des Rechtsstaats:
„Ich fand das Gespräch mit dem Zeitzeugen interessant, weil er einen höheren Rang in der Gesellschaft in der DDR inne hatte und wie sein heutiger Blick darauf ist.“
„Ich fand den Vortrag der Agenten des Rechts kurzweilig und informativ.“

