Ausflug in die Wildnis

In Ausstellung, Exkursion, Kunst von Catrin Stecker


9a besucht Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst im Haus Beda


"Der ganze Schulbetrieb ist durch den zweiten Lockdown während der Corona-Pandemie auf ein Minimum reduziert…"
"Der ganze Schulbetrieb? Nein!..."

Am Freitag, 26.03.2021 machte sich die im Präsenzunterricht befindliche Gruppe A der Klasse 9a zusammen mit ihrem Schulleiter und Kunstlehrer Herrn Joachim Schmitt von der St. Matthias-Schule auf ins Haus Beda, um die Ausstellung „Wald. Wolf. Wildnis“ zu erleben. Denn diese ist seit dem 22.03.2021 unter Einhaltung des Hygiene-Konzepts endlich wieder für die Öffentlichkeit geöffnet.

Frau Birgit Klinkhammer begrüßte uns vor Ort und führte die Schüler*innen kurz und gebündelt in das Themenfeld ein und erläuterte einige Werke. Die Klasse zeigte sich sehr aufmerksam, die anfängliche Unsicherheit, denn erst zwei der 14 Schüler*innen hatten zuvor schon eine Kunstausstellung besucht, verflog schnell.

So viele Künstler*innen an der Ausstellung beteiligt sind, so vielfältig erschien den Schüler*innen auch die Herangehensweise an das Thema der Ausstellung. „Krass“, so wirkte auf die Gruppe die Auseinandersetzung des Künstlers Lionel Sabatté mit den Themen Wald, Wolf und Wildnis. Dieser verwendete für seine lebensgroße Skulptur eines Wolfes ausschließlich Materialien, die er durch Metroschächte in Paris kriechend aufgesammelt hatte: Staub, Haare, Hautpartikel, Fingernägel…

Einige diskutierten die Bilder und Videos des Künstlers Stefan Reusse kontrovers, der Wölfe mit Thermografie-Technik fotografiert und gefilmt hatte: „Ist das Kunst?“

Auf dem Stundenplan stand das Themenfeld Werkbetrachtung, so hatte die 9a zu r Aufgabe, eines der ausgestellten Exponate auszuwählen und sich mit diesem intensiver auseinanderzusetzen, von der Schilderung des ersten Eindrucks über die eingehendere Analyse bis hin zur Frage, welche Bedeutungen und Inhalte vermittelt werden.

Interessant für den betreuenden Kunstlehrer Joachim Schmitt war es, wer sich warum für welches Bild oder welche Skulptur entschied, manche taten dies im kompletten Alleingang, manche suchten lieber den Austausch mit ihren Mitschüler*innen, um sich besser an ein Werk herantasten zu können.

Laura entschied sich für das Bild „Wolf“, 2018 von Gisela Krohn (siehe erstes Bild unten). Sie fühlte sich angezogen von der „Einsamkeit, die das abgebildete Tier ausstrahlt“ und war „fasziniert von der Maltechnik, mit der sich der wilde Wolf im Wasser spiegelt. Auch der Betrachter“, so Laura, “erlebt sich wiederum gespiegelt im Bild, welches kreisförmig angelegt ist.“

Fynn zeigte sich beeindruckt vom Bild in der Eingangshalle, ebenfalls von Gisela Krohn: „Da scheint die Natur so unberührt, als ob noch nie jemand an diesem Ort gewesen wäre. Und es lässt so viel Interpretationsspielraum. In der Mitte quer liegen umgestürzte Bäume, es könnte aber auch eine Brücke sein.“

Eva-Marie und Leonie wählten die Collage „Brothers Grimm II“ von Roland Statmann, entstanden zwischen 2016 und 2019, neugierig geworden auf die vielen Assoziationen und Bedeutungsebenen, die sich, wie beide erklären, ohne längere Beschäftigung mit dem Bild gar nicht auf die Schnelle erschließen können.

Weitere Schüler*innen zog es in die Schüleraustellung der St. Matthias-Schule in die oberen Stockwerke, in denen über 50 Kunstwerke unserer Kunstklassen ausgestellt sind. Das Bild „Das Schicksal in den Händen der Menschen“ von Anna-Lena Kickertz aus dem 12er Grundkurs BK wurde von mehreren Schüler*innen der 9a gewählt unter anderem deshalb, "weil es die beiden Pole Wildheit und Domestizierung so gut darstellt", so ein Schüler. Außerdem erinnere das Bild ihn an das Titelbild eines Videospiels.

Die Zeit verging wie im Nu und nach einem Gruppenfoto auf Abstand im Foyer hieß es auch schon wieder zurück zur Schule. Vielen Dank an das Haus Beda für die Einladung und den intensiven Vormittag in der Ausstellung „Wald. Wolf. Wildnis“!


Bild 1

Bild 2

   26.03.2021    Catrin Stecker    Catrin Stecker