Exkursion des Erdkunde Leistungskurses

In Erdkunde, Exkursion von Jan Schlueter

Besichtigung eines landwirtschaftlichen Betriebs in der MSS 11

Am Dienstag den 5. April besuchte der Erdkunde Leistungskurs von Frau Haak den Milchviehbetrieb Zunker in Meckel, um den im Unterricht erlernten Schulstoff zum Thema „Landwirtschaft“ zu vertiefen.

Zuerst nannte uns der Betriebsleiter ein paar grundlegende Informationen. Der Betrieb hält insgesamt ca. 160 Tiere, darunter Rinder, Kälber, Bullen und vor allem Milchkühe. Zur Verfügung stehen 150 Hektar Fläche, auf denen überwiegend Mais und Klee sowie Getreide angebaut werden, um das Futter für die Nutztiere zu produzieren. Mais ist eine C-4 Pflanze, somit sehr tolerant und hält trockene Phasen, aber auch Kälte gut aus. Dennoch muss der Betrieb in trockenen, wenig ertragreichen Jahren Futter zukaufen, um die Tiere ernähren zu können. Danach gingen wir zum Jungbullenstall. Diese werden nach 2 Jahren teilweise zum Metzger gebracht. Dabei ist es problematisch, dass sich der Schlachtpreis seit 2 Jahren um das Doppelte erhöht hat. Deshalb ist es vorteilhaft, dass der Betrieb keine Stromkosten zahlen muss, da der Strom der eigenen Photovoltaikanlage genutzt wird. Je nach Witterung werden bis zu 170 Kilowattstunden am Tag produziert, die teilweise sogar ins Stromnetz eingespeist werden können. Der Betriebsleiter führte uns weiter zu der vollautomatischen Melkstation und erklärte uns, wie diese funktioniert. Nachdem die Kuh die Station betreten hat, wird ihr Euter gescannt, desinfiziert, stimuliert und anschließend werden an die 4 Zitzen die Melkbecher angebracht, die pro Kuh am Tag bis zu 30 Liter Milch abzapfen. Der Computer speichert, wie viel Milch die Kuh gibt und schon bei geringen Abweichungen der Menge würde es zu einer Fehlermeldung kommen. Die Milcherträge gehen dann komplett an das Unternehmen Hochwald. Pro Liter erhält der Betrieb 0,60 €. Als Nächstes gingen wir in den Stall. Dort erklärte uns Herr Zunker, dass das Futter der Tiere extra proteinreich ist, damit eine hohe Milchleistung erreicht werden kann. Das Futter wird von einem Roboter zurückgeschoben, damit die Tiere besser drankommen können. Zur Sauberhaltung gibt es einen Gülleschieber und einen Keller zur Lagerung der Gülle. Die Vorschriften zur artgerechten Tierhaltung, wie ein Weidegang oder Laufhof, sind schwierig umzusetzen. Trotzdem glaubt der Betriebsleiter, dass der Lebensstandard der Nutztiere erhöht werden kann, wenn weniger Tiere auf mehr Platz gehalten werden. Dafür würden aber weitere Prämien, zusätzlich zu der Flächenprämie und Begrünungsprämie der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union), benötigt werden. Ein besonderes Highlight der Exkursion war, dass wir live bei der Geburt eines Kalbes dabei sein durften. So etwas konnten bisher nur wenige aus dem Kurs mal beobachten. Zur Feier dieser Geburt, durften wir dem Kalb einen Namen geben. Es heißt jetzt Frederike. Zum Schluss des Exkurses gingen wir in die Maschinenhalle, wo der Betriebsleiter uns über den Boden, Anbau und die einzelnen Maschinen aufklärte. Es gibt z.B. einen Mähdrescher, Pflug, Grubber, ein mechanisches Güllefass und eine Feldspritze, mit der Dünger und Pflanzenschutzmittel auf die Felder ausgefahren werden. Dabei ist es wichtig, das Herbizid regelmäßig zu wechseln, um Resistenzen der Unkräuter zu vermeiden. Zum Erhalt des Bodens und seiner wichtigen Nähr- und Mineralstoffe wird auf Monokulturen verzichtet. Besonders hervorzuheben ist, dass das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat nur alle 3 Jahre eingesetzt wird. Problematisch für den Betrieb ist, dass die Düngerkasten in den letzten Jahren um das Vierfache gestiegen sind. Außerdem gibt es im Beruf des Landwirts/der Landwirtin immer weniger Auszubildende, was unter anderem daran liegt, dass ein Arbeitstag oft bis zu 14 Stunden dauert und man sich selten Urlaub nehmen kann, wenn man selbstständig ist. Abschließend ließen wir den Vormittag noch bei einem ebenfalls in Meckel lebenden Kursmitglied ausklingen.

Alles in allem war es, besonders dank Herrn Zunkers informativen Erläuterungen, eine gelungene und interessante Exkursion, die dem Erdkunde Leistungskurs von Frau Haack einige, teilweise neue, Einblicke in den Milchviehbetrieb bot.





 05.04.2022  Nele Mosbacher  Alina Haak