Zurück in die Zukunft

In DS, Projekt, Theateraufführung, Veranstaltung von Christoph Barth

Ein Nachwort zum Thementag DS

Am Freitag, dem 2. Oktober 2020 fand in der Aula der St. Matthias-Schule eine Premiere der besonderen Art statt: Beide DS-Kurse der MSS 13 führten gemeinsam in einer Nachmittags- und einer Abendvorstellung ihre Ideen, Visionen und Gedanken zum Themenkomplex „Zukunft“ auf. Die beiden ca. 90-minütigen Veranstaltungen ließen die Corona-bedingt kleine Zuschauerzahl weder nachmittags noch am Abend zu Atem kommen. Dabei boten die 33 Schülerinnen und Schüler alles auf, was sie in den letzten zwei Jahren gelernt haben – und noch weitaus mehr als das: Marionettentheater, (sich bewegende) Standbilder, Sprechtheater mit solistischen und chorischen Elementen, Lichttheater, Figurentheater mit einer Fülle an körpersprachlichen Techniken, abstrakte und komische Elemente ebenso wie groteske, teils bizarre Bilder füllten den Raum, kombiniert mit einer punktgenauen Licht-, Ton und Nebeltechnik. In technisch teils brillant gespielten Passagen entstanden so Zukunftsvisionen oftmals dystopischer Gesellschaftsordnungen, die ihren Ursprung aber immer in gegenwärtigen Problemen hatten:
Dichtung und Wahrheit oder: Poesie-Album H30; Mad world oder: die Evolution der Arbeit vom Wirtschaftswunder zur vollkommenen Automatisierung; Humankapitaloptimierung oder: Rücksichtslose Stellenstreichung zur Gewinnoptimierung; What a wonderul world oder: ungleiche Verteilung der Güter in einer globalisierten Welt bzw. globale Umweltverschmutzung durch eine übersaturierte und beratungsresistente Industriegesellschaft;  Home Invasionoder: Rückkehr zu primatenhaftem, triebgesteuertem Verhalten; Happiness oder: selbstverliebte und entindividualisierte Gutmenschen; AESEK oder: eine gleichgeschaltete Gesellschaft unter der Kontrolle eines sozialen Netzwerks; Vermächtnisse oder: Generationenkonflikte im Jenseits uvm.; schließlich ein Fanal der Selbstzerstörung des Menschseins in Form eines apokalyptischen Endkampfes in Zeitlupe um die letzten Ressourcen und ein Walking-Dead-Abgang der Extraklasse zu Eminems Loose yourself bescherten den Zuschauern magische Momente am Stück.

Zurück bleiben faszinierende Beispiele für das Potential des künstlerischen Faches Darstellendes Spiel, bewegende Denkanstöße, wachsende Hoffnung auf ein möglichst baldiges, komplexes Umdenken in der Welt und zwei überstolze DS-Lehrende.
Vielen Dank, Emelie, Sabrina, Anna, Sophie, Linda, Lara, Luca, Franziska, Timo, Moritz, Lea, Simon, Magdalena, Mario, Moritz, Noah, Tillmann, Jacob, Dominik, Renate, Felix, Andreas, Katharina, Jule, Moritz, Tobias, Simon, Mika, Eva, Kaja, David, Simon, Daniel, ihr wart sensationell!!!

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  02.10.2020    Martin Flesch     Jonas Müller